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Wilhelm Lorch Stiftung
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Kathrin Kustra

Als die Zeit verging und wir wieder Prinzessinen wurden...


"Heute dürfen Frauen ihre Weiblichkeit zeigen, ohne gleich als Dummchen dazustehen. Auch im Job", sagt Kathrin Kustra. Ihrer Meinung nach war das nicht immer so. In den vergangenen Jahrhunderten sei es die Aufgabe der Frauen gewesen, lediglich als schmuckes Beiwerk der Männer zu dienen. Und Mode wurde gemacht, um Frauen wie Prinzessinnen aussehen zu lassen. Mit Beginn der Emanzipation hätten viele Frauen ihre Weiblichkeit negiert, weil sie glaubten, nur so den gleichen Status wie ihre männlichen Kollegen im Beruf erlangen zu können. "Ich glaube, wir können im Berufsleben professionell bestehen und dabei trotzdem weibliche Reize zeigen", sagt die 24-jährige und erklärt damit den Ausgangspunkt zu ihrer Abschlussarbeit. "Als die Zeit verging und wir wieder Prinzessinnen wurden...". Sie entwarf eine Kollektion für moderne Frauen, die sich nicht scheuen, mit ihrer Feminität zu spielen. Das Kuratorium der Wilhelm-Lorch-Stiftung belohnt die sehr gute Material- und Farbzusammenstellung und professionelle Arbeit mit einem Förderpreis.
Dass sie Mode-Designerin werden will, war der alleinerziehenden Mutter schon lange klar. Mit 14 fing sie an, ihre eigenen Ideen umzusetzen. "Weil mir die Sachen in den Geschäften oft zu langweilig waren, habe ich mir meine Kleider selbst genäht", erzählt sie. Gelernt hat sie das von ihrer Mutter. Eigentlich wollte sie nach der Fachoberschule auch erst eine Schneiderlehre machen, doch sie konnte keinen Ausbilder finden. Also studierte Kustra Mode-Design am Stuttgarter Berufskolleg Holzenbecher. Bereits seit fast zwei Jahren arbeitet sie freischaffend, 2003 hat sie ihr eigenes Label LTK-Design gegründet. Im Mai diesen Jahres wird sie sich mit der Eröffnung ihres eigenen Ateliers "Haus Couture" in der Kur- und Urlaubsstadt Bad Mergetheim einen Wunsch erfüllen. Sie rechnet sich gute Erfolgschancen aus, denn "die Leute hier sind sehr gestylt und legen Wert auf ihr Äußeres." Das Wichtigste in ihrem Leben ist jedoch ihre kleine Tochter Lilly-Theresa. Wie sie Kind und Karriere unter einen Hut bringt? "Ich habe einfach die beste Familie der Welt. Ohne die hätte ich so manches nicht geschafft", antwortet sie.

-dv-

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