Ein Schritt in Richtung Polyester-Recycling
Berfin Freeman hat neue Methoden im Polyester-Recycling erforscht
Zwei Themen prägen das Leben von Berfin Freeman. Da ist einerseits ihr soziales Engagement. Schon in der Schule hat sie sich mit Pädagogik und Psychologie beschäftigt und ein Fachabitur mit Schwerpunkt Soziales abgelegt. Anschließend hat sie ein freiwilliges soziales Jahr in der Jugendarbeit absolviert. Und später hat sie sich als pflegende Angehörige intensiv um ihre kranke Mutter gekümmert.
Das zweite große Thema in Berfin Freemans Leben ist die Begeisterung für die Naturwissenschaften. Schon in der Schule gehörten Mathe, Biologie, Physik und Chemie stets zu ihren Lieblingsfächern. Und so entschied sich die heute 30-Jährige, die im oberbayerischen Weilheim aufgewachsen ist, nach dem Schulabschluss nach Mönchengladbach zu gehen, um an der Hochschule Niederrhein den Studiengang Textile Technologien zu belegen. Parallel zum Studium arbeitete sie drei Jahre lang am Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung in Mönchengladbach. Ein Praxissemester absolvierte sie am Institut für Textiltechnik der RWTH in Aachen.
In ihrer Masterarbeit hat sie sich mit der Recyclingfähigkeit von Polyestertextilien beschäftigt. „Derzeit wird Polyester fast nur downgecycelt“, erklärt sie. Mit einem biobasierten Ansatz, durch Einsatz spezifischer Enzyme, könnte Polyester unter milden Prozessbedingungen wieder so aufgearbeitet werden, dass es anschließend wieder zu Textilien verarbeitet werden kann – das war ihr Forschungsansatz. Und sie ist diesem Ziel in ihrer Masterarbeit ein großes Stück nähergekommen, wie auch die Jury der Wilhelm-Lorch-Stiftung ihr bescheinigt.
Derzeit arbeitetet Freeman bei der Hexonia GmbH als Textilingenieurin in der Entwicklungsabteilung von Militär-Textilien. „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und macht viel Freude.“
Ihren für deutsche Ohren zunächst einmal etwas ungewöhnlichen Vornamen verdankt sie ihrer Herkunft. „Meine Familie stammt ursprünglich aus dem türkischen Teil Kurdistans“, erklärt sie. Da sie mitten im bayerischen Winter geboren wurde, hatte ihre Mutter die Idee, ihr den Namen Berfin zu geben. Lachend erklärt sie: „Es ist das kurdische Wort für Schneeflocke.“
