Wilhelm Lorch Stiftung
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Platon und Homer mit binärem Code

Katharina Strassel

Anna Rudert hat die griechische Mythologie in moderne Stoffe eingebracht

Das Weben ist eine der ältesten menschlichen Kulturtechniken. Anna Rudert hat in ihrer Masterarbeit, die sie an der Westsächsischen Hochschule Zwickau im Fach Gestaltung eingereicht hat, die jahrtausendealte Tradition mit modernen Techniken verknüpft.

Sie hat in die von ihr gestalteten Stoffe Zitate von Homer und Platon eingewebt, die sie selbst zuvor binär codiert hat. Auch Informationen über die Webzeit und den Materialverbrauch hat sie mit appliziert. Mit Hilfe eines Decodierungs-Schlüssels können diese Daten gelesen werden. Die „sehr stille und sensible“ Arbeit zeige „Schönheit und Tiefe“, bescheinigt die Jury der Wilhelm-Lorch-Stiftung.

Aufgewachsen ist Anna Rudert bei Plauen im Vogtland. Nach dem Abitur ging sie an die Westsächsische Hochschule Zwickau und belegte den Studiengang Gestaltung/Textilkunst/ Textildesign. Für ihre Arbeit mit dem Titel „Hazy Memories - Stickerei neu interpretiert, eine Designentwicklung“ erhielt sie von ihrer Hochschule die Auszeichnung als beste Bachelorarbeit des Jahres 2024. Ein Jahr später wurde ihre Masterarbeit ebenfalls als beste des Jahrgangs gewürdigt.

Wie kam sie auf die Idee, Zitate von Platon und Homer in moderne Stoffe zu applizieren? „Philosophie und auch die griechische Mythologie haben mich schon seit meiner Kindheit fasziniert“, erklärt Anna Rudert. Auch Kunst und Musik gehören zu den Interessensgebieten der 24-Jährigen, die lange Klarinette gespielt hat.

Derzeit absolviert sie ein Jahr im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes im Esche-Museum in Limbach-Oberfrohna. Dort gibt es eine Textilwerkstatt, um die sie sich kümmert, was ihrer großen Begeisterung für das Handwerk sehr entgegenkommt.

Und wie soll es dann weitergehen? „Meine Hochschule hat mir angeboten, bei einem Forschungs-projekt mitzuarbeiten, bei dem es um die Entwicklung neuer Stoffe, unter anderem aus Kiefernnadeln, geht. Das finde ich sehr interessant und deshalb werde ich wohl ab Oktober bei diesem Projekt mitwirken.“

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